Gewalt unter der Geburt
trifft auch Männer

Am 25. November ist der Tag für die globale Bewegung gegen Gewalt in der Geburtshilfe. Im Rahmen des Roses Revolution bieten wir im Pachamama-Laden am

Donnerstag, den 23.11. von 13:00 bis 16:00 Uhr eine Austauschrunde mit Fakten

zur aktuellen Lage und persönlichen Gesprächen an. Hier erfährst du, was Roses Revolution genau ist und welches Ziel damit verfolgt wird. Du kannst deine Geschichte loswerden und verschiedene Infos bis hin zu kleinen Übungen erleben, die dich im Heilungsprozess unterstützen können. Und natürlich kannst du deine Rose für den 25. mitnehmen.

Und du erfährst, wie auch du ein Zeichen setzen kannst.

Du gehörst zum Fachpersonal rund um die Thematik Geburt? Komm vorbei und erfahre, wie wichtig dein Einsatz ist!

Seit 2013 findet jedes Jahr am 25.11. der internationale Tag gegen Gewalt unter der Geburt statt. An diesem Tag (nach einer Idee von Jesusa Ricoy auf der 3. Human Rights in Childbirth Konferenz ins Leben gerufen) können Frauen ganz offiziell oder anonym ein Zeichen setzen. Denn Tatsache ist: tagtäglich findet auch in Deutschland Gewalt unter der Geburt statt. Laut Tara Franke (Hebamme und Sexualpädagogin) ist diese Form der Gewalt mit ähnlichen Folgen wie nach sexuellem Missbrauch behaftet und unterliegt ganz unterschiedlichen und in erster Linie subjektiven Empfindungen und reichen von körperlich sichtbar bis hin zu seelisch versteckt. Von vielen Seiten bestätigt wird auch ihre Aussage, dass das Hauptproblem darin läge, dass es sich in den allermeisten Fällen NICHT um vorsätzliche Übergriffe handle.

Die Folgen für die Betroffenen sind jedoch meist über Jahre hinweg sicht- und spürbar. Und sie sind manigfaltig: bei Kind, Mutter und Vater! Roses Revolution ist ein Tag, an dem sich Betroffene wieder ein Stück ihres Selbstwertgefühles, ihres Rechtes nach Geachtet werden zurückholen können: indem sie an dem Ort der Erfahrung eine Rose niederlegen und/ oder einen Brief schreiben. Dieser Tag dient dazu, auch sichtbar zu machen: es passiert viel zu häufig. Laut Experten, die unter anderem jedes Jahr die Auswertungen der Roses Revolution machen, könne eine Schwarzzahl von ungefähr der Hälfte aller Geburten jährlich ausgegangen werden, die unter Gewalt stattgefunden hat.

Extremfälle sind hier und da jedem bekannt. Aber eigentlich müssen wir fragen, ab wann beginnt Gewalt? Und wenn die meisten Formen dessen nicht absichtlich angewandt wurden: wie schaffen wir es, hier zu sensibilisieren? Welche Mechanismen führen dazu, dass Menschen anderen Menschen scheinbar so ganz unbeabsichtigt Gewalt in einer der intimsten und prägendsten Stunden des Lebens zufügen?

Welche Rolle spielen dabei Männer? Und wie erleben Männer solche Momente- die Quote von traumatisierten Männern nach einer Geburtsbegleitung ist recht bedeutsam? Und welche Möglichkeiten haben vielleicht gerade die begleitenden werdenden Väter, hier einen Schutzraum zu bieten?

Einige Ansätze bietet hier deine nächste ADELENE (Dezemberausgabe) und möchte zum Nachdenken anstoßen. Dieses umfassende Thema wird von ADELENE sicher immer mal wieder aufgegriffen werden. Und die Aussagen ist ganz klar: schickt uns gerne eure Berichte: als Betroffener, aber auch gern als „Täter“. Schaffen wir einen Dialog?

Im Namen des nächsten Roses Revolution am 25.11.2017: Liebe betroffenen Männer, fühlt euch eingeladen, ebenfalls diesen Tag zu nutzen, um ein Zeichen mit eurer Rose und/oder mit eurem Bericht niederzulegen!

Autorin: Navina Salomon

Mehr Infos findest du unter anderem auf: www.gerechte-geburt.de

Quellen: (Tara Regine Franke 2007; 6. Dt. Still- und Laktationskongress in Göppingen); (Roses Revolution Deutschland; Pressemittteilung 16.05.2017)