Woher kommt der Muttertag?

Gern werden wir als Familien- und Mamaladen betrachtet. Deshalb widmen wir uns diesmal dem Muttertag. Nur, was ist denn eigentlich genau der Muttertag?

Ursprünglich gab es in vielen Kulturen der Welt Tage, an denen Mütter geehrt wurden. Im Matriarchat, die ursprünglichste Form des Miteinanders, galt die Betrachtung der Frau und der Mutter generell als heilig. Sie war es, die das Leben in die Welt brachte. Sie war es, die das Leben nährte und dadurch wesentlich das Wachsen förderte.

Die Urmutter
Auch unser Laden heißt übersetzt: Mutter Erde. (Pacha Mama). Wir haben damals bei der Namensuche viele Möglichkeiten in Erwägung gezogen. Pacha Mama – ob das wohl zu spirituell für Brandenburg klingt? Zu Öko? Zu Abseits?

Natürlich wollten wir bewusste Produkte und Angebote in unser Repertoire aufnehmen. Aber unser Wunsch war es vor allem auch, ALLE Eltern zu erreichen. Und das beginnt mit der Wirkung des Ladennamens. Pacha Mama – Erde Mutter, oder auch Welt Mutter/ Kosmos Mutter. Der Name stammt von den indigenen Völkern Südamerikas. Hier gilt noch die tiefe Verbindung zur nährenden und alles hervorbringenden Mutter Erde als achtenswert. Das Volk führt selbstständig ihr Fest zu Ehren der Pachamama aus, bei dem mit Opfergaben vor allen für den Schutz und das Lebens gedankt wird. Durch den Einzug des Christentums gab es eine tolerierte Vermischung mit der Marienfigur, die ähnliche Attribute trägt.

Finde deine Identität als Mutter
Ecuador ging so weit, dass 2008 Pachamama als ein Grundprinzip in die Verfassung aufgenommen wurde. Vor allem auch, weil sie für Identität und Widerstandsfähigkeit steht. Wünschen wir unserer Mutter Erde, dass sie noch lange und gut besteht.

Also wünschen wir das doch auch uns als Mutter! Dass wir mit Identität und Widerstandsfähigkeit gesegnet werden mögen. „Wachsen mit Liebe und Halt“ ist Zusatz auf unserem Logo. Unsere Kinder können nur aufrecht gedeihen, wenn wir ihnen Liebe und Halt zugleich geben. Es erfordert in der heutigen Zeit oft eine ganze Menge an Mut. Denn Aufrichtigkeit kann nur entstehen, wenn ich als Mama auch wirklich aus meiner eigenen Mitte agiere. Und die entspricht selten den Vorstellungen einer zivilisierten Gesellschaft in der alle gleich sein sollen.

Der Muttertag
So verwundert es nicht, dass 1644 in England der „Mothering Day“ als Familienfestmahl Einzug erhielt. Wie sehr musste sich die Industriegesellschaft nach der Verehrung der hart arbeitenden Mütter sehnen, die so arm an wirklichen Riten und Bräuchen geworden ist. Die Ehr der Frauen und Mütter wurde in aufstrebenden Ländern über viele Jahrhunderte hinweg regelrecht Abgeschafft. 1858 kam der „Mothering Day“ dann nach Amerika und wurde dort 1914 mittels Kongressbeschluss von Präsident Woodrow Wilson als offizieller Ehrentag von Müttern festgelegt.

Die weißen Nelken führte übrigens 1907 die Methodistin Anna Marie Javis ein, die vorerst zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter, später für alle Mütter, anfing, am 2. Sonntag im Mai weiße Nelken zu verteilen. Natürlich nutzte jedes Regime ihre eigenen Möglichkeiten, den Muttertag auch politisch zu verzerren. Während der Weimarer Republik fingen bereits Blumen- und Pralinenhersteller an, den durch die Heilsarmee mitgebrachten Brauch zu nutzen und so ihre tiefe Verehrung der Mütter darzustellen. Nicht zuletzt darf hier natürlich eine Gewinnorientierte Absicht unterstellt werden. Ebenso nutzte der Nationalsozialismus diesen Ehrentag sehr ausführlich, galt es doch bewusst früh möglichst auf die nächste Generation Einfluss zu nehmen. Und wie könnte man(n) das besser, als den Müttern vorne weg ihren Tag mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter zu versüßen, während hinten rum die Mütter Rotz und Wasser heulten, weil sie an ihren eigenen Kindern Erziehungsprogramme durchführten, die eigentlich ihr Mutterherz zerspringen ließen.

Frau oder Mutter oder Frau?
Da war die Taktik der DDR beinahe freundlich: hier gab es den Muttertag einfach gar nicht. Stattdessen feierte man den Frauentag, der zeigen sollte, wie tüchtig die Frau im Arbeitsleben steht und eine Anerkennung verdient.

Und wir sehen deutlich, wie zerrissen heute Frauen sind, wenn sie zwischen Familie und Beruf entscheiden sollen und wollen. Kehren wir doch zurück zur Pachamama. Ehren wir am Muttertag das, was jede Frau gibt. Egal, ob sie ein Kind in die Welt gebracht hat, oder gute Arbeit. Lassen wir den Kampf der Entscheidung im Allgemeinen und geben uns den Kräften hin, die in jeder Frau stecken. Nämlich etwas aus ihrer eigenen kraftvollen Mitte hervorzubringen!

Reinschauen lohnt sich. Denn in Deinem Papa-/ Mama- und Frauenladen bekommst Du in der Zeit vom 07. bis 20.05. eine weiße Nelke. Hereinkommen zum Erzählen, Tee/Kaffee trinken und sich austauschen. So tragen wir Frauen zu einem respektvollen Umgang miteinander bei.

 

Text: Navina Salomon
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